Das Begräbnis der Distanz - Livestream

Ein Nachruf des Philosophen Robert Pfaller mit Musik von Luise Enzian, Harfe und David Bergmüller, Laute

Freitag, 12. November, 19 bis 20.30 Uhr,
Im Livestream auf Facebook und Youtube
Freier Eintritt


Wir beginnen diese Zwischentöne mit einem philosophisch-musikalischen Ritual des Beendens
Die Montforter Zwischentöne bestellten Ende letzten Jahres bei dem Philosophen Robert Pfaller eine Totenrede auf die Distanz, in der optimistischen Annahme, dass ein Jahr später die Distanzregeln der Pandemie begraben sein werden. Eine Bestattungsfeier für den Babyelefanten, das niedliche Monster des bitteren Abstands, zu dem uns das Virus zwang und – wie wir heuten wissen – wahr­scheinlich noch weiter zwingen wird.
In schweren Zeiten rücken Menschen zusammen. Paradoxerweise zeigen wir in dieser Krise der Corona-Pandemie Solidarität, wenn wir Abstand halten! Sogenanntes Social Distancing wurde innerhalb weniger Tage zum allgemeinen, gesunden, ja legalen Verhalten. Körperliche Nähe, sich die Hand geben, gar Umarmung und Begrüßungsküsschen mutieren zur toxischen Entgleisung.
Bei aller virologischen Nachvollziehbarkeit der Maßnahmen: Was üben wir durch die Bedrohung des Virus ein? Verändert die Erfahrung der Pandemie unser Verhältnis zu uns selbst und den Körpern der anderen nachhaltig? Oder bleibt uns ein Mehr an Sensibilität und Mitverantwortung?

Robert Pfaller gehört zu den originellsten philosophischen Köpfen des Landes. Seine Aphorismen sind trefflich, etwa: »Wir sollten nicht den Tod fürchten, sondern das schlechte Leben« oder »Statt zu fragen, wofür wir leben, fragen wir uns nur noch, wie wir möglichst lange leben«.
Der Autor des Bestsellers »Wofür es sich zu leben lohnt«, ist Professor für Philosophie an der Kunstuniversität Linz. Er ist Gründungsmitglied der Wiener Forschungsgruppe für Psychoanalyse »stuzzicadenti«. 2020 ausgezeichnet mit dem Paul-Watzlawick-Ehrenring der Ärztekammer Wien und u.a. Träger des »Best Book Award« des American Board and Academy of Psychoanal­ysis (ABAPsa).

Bianca Anna Boeckle entwarf den Bühnenraum für die Aufführung. Sie studierte Architektur an der Universität Liechtenstein sowie an der Royal Danish Academy of Fine Arts in Kopenhagen. Die aus Vorarlberg stammende ­Architektin lebt und arbeitet in Zürich und unterrichtet am Institut für Architektur und Raumentwicklung der Universität Liechtenstein.

Das Begräbnis der Distanz wird hier live gestreamt: